Eine neue Studie der Universität Bern bestätigt, dass der Medikamentenverkauf durch Spezialärzte die Medikamentenkosten um 30% und die Behandlungskosten um 20% erhöht. Dies haben zwei Doktoranden des Volkswirtschaftlichen Instituts in ihrer Studie vom 9. Juli 2013 nachgewiesen. Das Argument, dass der ärztliche Medikamentenverkauf zu tieferen Kosten führen soll, ist klar widerlegt.

Aarau, 27. August 2013 – Argomed und der Aargauische Ärzteverband behaupten, dass die Medikamente für die Patienten beim Direktverkauf in der Arztpraxis günstiger sind als in der Apotheke. Zwei Doktoranden der Volkswirtschaftslehre an der Universität Bern widerlegen diese Behauptung mit ihrer Studie vom 9. Juli 2013. Die (vorläufigen) Studienresultate, die derzeit durch eine unabhängige Stelle überprüft werden, führen zu folgender abschliessenden Analyse (vgl. S. 17):

Our benchmark estimates suggest that the dispensing permission increases drug expenditures considerably. On top, dispensing is also found to raise non-drug medical costs, which points to a complementary relationship between drug and non-drug costs in the context of policy-induced demand.

[„Unsere Schätzungen deuten darauf hin, dass sich durch die Bewilligung zur Selbstdispensation die Meidkamentenausgaben erheblich erhöhen. Es ist zusätzlich festzustellen, dass dadurch auch die nicht-medikamentösen medizinischen Kosten steigen. Dies deutet auf eine komplementäre Beziehung zwischen medikamentösen- und nicht-medikamentösen Kosten hin, wodurch Letztere regulierungsbedingt auch steigen.“]


Die beiden Studienverantwortlichen folgern für die Gesundheitspolitik aus diesen Gründen (vgl. S. 17):

These findings are of high relevance for health care policy because they imply that outpatient health care expenditure can be reduced considerably by completely separating the prescribing and dispensing of prescription medication.

[„Diese Ergebnisse haben eine hohe Relevanz für die Gesundheitspolitik. Sie implizieren, dass die Ausgaben der ambulanten Versorgung durch eine komplette Trennung der Verschreibung und Abgabe der Medikamente reduziert werden können.“]


Miteinander ist’s günstiger
Die Regel «Wer verschreibt, verkauft nicht» ist demnach nicht nur für die Sicherheit des Patienten von grosser Bedeutung, sondern auch für die Kostenstabilität des Gesundheitssystems von grösster Relevanz. Nur mit einem JA zu «Miteinander statt Gegeneinander» bleibt diese Regel im Kanton Aargau auch weiterhin bestehen.

Die Studie mit dem Titel «Does Physician Dispensing Increase Drug Expenditures?» kann hier abgerufen werden.



Weitere Auskünfte erteilt:
Fabian Vaucher, Präsident Aargauischer Apothekerverband, 079 507 98 05

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